Hausmäuse und Ratten in Wohnung und Haus bekämpfenNiemand hat gerne Mäuse im Haus, warum sollten gerade bei mir welche sein? Nein, bei mir nicht.

Dass ich in der Nacht manchmal ein leises Kratzen und Schaben höre, kann ja auch andere Ursachen haben. Und die angeknabberte Packung Semmelbrösel? Nun ja, ...

Hausmäuse können Krankheiten und Erreger übertragen, weshalb man sofort handeln sollte, wenn man die Anwesenheit solcher Nager im Haus oder in der Wohnung bemerkt.  Giftköder sollten dabei aber nur das letzte Mittel sein, wenn alle anderen Maßnahmen nicht geholfen haben.

Wichtigste Schutzmaßnahme: Nicht anlocken!

Mäuse und Ratten können Krankheiten übertragen, die uns Menschen aber auch Haustieren gefährlich werden. Manchmal knabbern sie auch elektrische Leitungen an. Und sie können sich sehr schnell vermehren.

Der beste Schutz gegen diese Nager ist, sie gar nicht erst anzulocken!

Keine Einschlupfmöglichkeiten im Mauerwerk, Türen, Fenstern und Dachstühlen bieten. Lebensmittel, Lebensmittelreste und fressbaren Müll nicht offen liegen lassen und keine Futterreste von Haustieren offen herumstehen lassen.

Versuchen Sie, die Mäuse zu vertreiben

Sind die Nager schon im Haus, sollten Sie erst mal versuchen, diese zu vertreiben. Wenn Sie eine Hauskatze haben, ist das Problem ohnehin bald erledigt.
Eine aus Geruchsgründen weniger gern genutzte Möglichkeit ist Katzendreck, der in Tüten ausgelegt wird. Ultraschall Mausvertreiber senden (für die meisten Menschen) unhörbaren Ultraschall aus und sollen so Nagetiere verscheuchen. Die Wirksamkeit dieses Schutzes ist teilweise umstritten.

Ab jetzt wird scharf geschossen

KippfalleNützt das alles nichts, versuchen Sie Lebendfallen. Gefangene Tiere setzen Sie dann weit entfernt von Ihrem Haus in der freien Natur wieder aus. Die brutale Variante sind Schnappfallen (Schlagfallen), welche die Nagetiere durch Zuklappen eines Bügels einfangen und mehr oder weniger schnell töten. Jedenfalls aber müssen Sie in kurzen Zeitabständen nach diesen Fallen schauen, damit die gefangenen Mäuse nicht elend und qualvoll verenden. Diese Fallen müssen verschleppsicher und für Kinder und Haustiere unzugänglich aufgestellt werden.

Chemie und Gift nur in Notfällen

Es gibt auch Fraßköder (Biozide), die auf verschiedene Weise wirken. Seit einiger Zeit werden giftstofffreie Naturpellets angeboten, nach deren Verzehr die Nagetiere regelrecht verdursten - aus tierschützerischer Sicht bedenklich. Giftköder wirken durch die enthaltenen toxischen Wirkstoffe. Sie müssen verschleppsicher und so ausgelegt werden, dass sie weder von Kindern noch von anderen Tieren aufgenommen werden können und nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.

Alle Personen, die ein mit Ködern versehenes Gebäude nutzen, müssen davon und über die Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen informiert werden. Befolgen Sie unbedingt auch die Hinweise in der Gebrauchsanleitung. Sollte versehentlich ein Mensch einen solchen Köder aufnehmen, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Gifte gelangen aber jedenfalls in unsere Umwelt und sollten daher möglichst nie angewendet werden.

Der Einsatz von Bioziden führte beispielsweise dazu, dass in immer mehr Gebieten Deutschlands bereits resistente Mäuse gefunden wurden. Im Julius Kühn-Institut werden dazu bereits wissenschaftliche Forschungen betrieben.

Der Kammerjäger kommt

Sie können auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Engagieren Sie einen Kammerjäger. Die Schädlingsbekämpfung ist in Österreich ein konzessioniertes Gewerbe, für welches eine Meisterprüfung abgelegt werden muss. Klären Sie mit dem/der SchädlingsbekämpferIn genau ab, welche Schutzmaßnahmen Sie während und nach einer erfolgreichen Bekämfpung wie lange einhalten müssen. Besonders dann, wenn Gift verwendet wurde. Und fragen Sie, ob eine Bekämfpung ohne Gift vielleicht doch möglich ist.

Merkblatt „Sichere Anwendung von Mäuseködern"

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bietet eine Broschüre zum Download an: „Sichere Anwendung von Mäuseködern".

Links

Was sind Biozid-Produkte? Umweltbundesamt
http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/chemikalien/biozide/

Biozid-Infoseite des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), AT
http://www.biozide.at

Die Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger)
http://www.schaedlingsbekaempfung.or.at

Vergiftungsinformationszentrale, Notruf-Telefon: +43 (1) 406 43 43
http://www.goeg.at/de/VIZ

Merkblatt „Sichere Anwendung von Mäuseködern", BfR, DE
http://www.bfr.bund.de/cm/350/sichere-anwendung-von-maeusekoedern.pdf

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), DE
http://www.bfr.bund.de

Informationen über rodentizidresistente Nagetiere, Julius Kühn-Institut - Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, DE
http://www.jki.bund.de/de/startseite/institute/pflanzenschutz-gartenbau-und-forst/arbeitsgruppen/wirbeltierforschung/rodentizidresistenz.html

Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung e.V (VFöS), DE
http://www.vfoes.de/index.php/schaedlingssteckbriefe

Bildnachweis: © tierbildergalerie.com (oben) und wikipedia/grey_geezer

 

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