Mit Feuer, Wasser & Draht gegen Unkraut. Eine natürliche Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln.

Haben auch Sie nach dem vielen Regen der letzten Wochen jede Menge Unkraut in Ihrem Garten? Was machen Sie damit, einfach wachsen lassen, händisch entfernen oder haben Sie einen Geheimtipp, wie Sie Unkräuter loswerden?

Der leitende Sicherheitstechniker des AMD Salzburg - Zentrum für gesundes Arbeiten, Ing. Horst Fackler, hat Tipps und Empfehlungen für Sie. Er berät Firmen und öffentliche Einrichtungen beispielsweise beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

Glyphosat ist der weltweit am häufigsten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Im Arbeitnehmerschutz ist festgelegt, dass gefährliche und krebserzeugende Arbeitsstoffe ersetzt werden müssen, sobald weniger gefährliche Alternativen - mit denen sich gleichwertige Arbeitsergebnisse erreichen lassen - zur Verfügung stehen. 

Alternativen zu chemischem Pflanzenschutz, die sogar Spaß machen können

Gerade jetzt sind viele Menschen durch die Diskussion um Glyphosat verunsichert: In der aktuellen politischen Diskussion um die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat vermuten viele Menschen, dass es nicht nur um die Fragen der Gesundheit geht, sondern auch um massive wirtschaftliche Interessen von Industrie und Handel – besser, sie verwenden diese auch für Sie und Ihre Familie hochgiftige Substanz gar nicht.

Und es gibt eine Menge „grüner Alternativen“, die im Gartenbau, in der Industrie, dem Gewerbe und in Privathaushalten angewendet werden können und Sie werden bei der Unkrautentfernung sogar noch fit. Gemeinschaftsarbeit macht übrigens Spaß!

Wirkstoff „Feuer, Wasser und Draht“

Gerade bei der Unkrautbekämpfung stehen Alternativen zur Verfügung: Unkraut kann beispielsweise am Straßenrad, auf Straßenflächen, auf Parkplätzen und Gehsteigen oder in Gärten auch mit einem natürlichem Rezept - mit dem Wirkstoff „Feuer, Wasser und Draht“ - bekämpft werden.

Mit ‚Feuer‘ geht das ganz einfach, denn Pflanzen vertragen keine große Hitze, berichtet Ing. Fackler: „Das Unkraut lässt sich mit einer Gasflamme vernichten, dabei genügt es, die Flamme eines Gasbrenners knapp über den Boden zu führen. Sobald die Stängel des Unkrauts geschädigt sind, trocknet die Pflanze in wenigen Tagen aus. Das sogenannte Flämm-Verfahren lässt sich somit gut einsetzen um Wege und Pflastersteine zu säubern.

Nach kurzer Zeit muss allerdings nachgearbeitet werden, denn die Flamme vernichtet Samen und Wurzeln nicht.

Auch heißes Wasser wirkt effektiv“, erklärt er weiter: „Mit einem Dampfstrahlgerät wird heißes Wasser auf die Pflanze gesprüht, die überirdischen Pflanzenteile und die oberen Teile der Wurzel sterben ab. Beim Heiß-Wasser-Schaum-Verfahren wirkt zusätzlich Schaum als Isolierung und garantiert eine effektive Wärmeausnutzung.

Auch alle mechanischen Methoden der Unkrautbekämpfung funktionieren: Beispielsweise Wellflachdraht- oder Nylon-Stahl-Bürsten oder die Gartenkralle. Mechanische Methoden sind zwar zeitaufwendiger und mühevoller, aber wirksam. Auch für empfindliche Bodenbeläge gibt es eine Lösung: Hier werden Bürsten mit Kunststoffborsten eingesetzt.

Es gibt also genug Alternativen zur chemischen Unkrautvernichtung mit dem möglicherweise krebserregenden Glyphosat.

Wird es dennoch weiterhin eingesetzt, müssen Mitarbeitende bei der Anwendung chemischer Mittel immer eine Schutzausrüstung verwenden“, klärt Ing. Horst Fackler auf:

Augenschutz, Handschuhe sowie Haut- und Körperschutz sind verpflichtend gefordert. Das war nicht immer so. Im Sicherheitsdatenblatt von 2009 gab es diese Schutzverpflichtung bei Glyphosat noch nicht. 2015 ist sie fixer Bestandteil und verursacht ebenfalls Kosten.

Die Stadt:Gärten Salzburg haben 2015 von Chemie auf Natur umgestellt. Bis dahin wurden jährlich etwa 50 Liter Glyphosat versprüht, im letzten Anwendungsjahr nur mehr 15 Liter. Heute werden alle Flächen ausschließlich mit den drei oben beschriebenen Methoden gepflegt.

Ing. Fackler hat den Betrieb bei der Umstellung beraten. Sein Tipp für Hobby-GärtnerInnen ist derselbe: Nutzen Sie die Kraft von „Feuer, Wasser und Draht“ - ganz unabhängig davon, wie das EU-Urteil im Fall Glyphosat ausgeht.

Die Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee beispielsweise hat gemeinsam mit Nachbargemeinden ein Heißdampfgerät angeschafft, mit dem großflächig Gehsteige, Plätze und Straßenränder von unerwünschtem Pflanzenbewuchs befreit werden können.

Psychologische Unkrautvernichtung

Diese Überschrift sollten Sie nicht zu wörtlich, aber ernst nehmen: Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was Unkraut eigentlich ist?

Alle in der Natur vorkommenden Pflanzen haben auch eine Funktion in der Natur, auch in Ihrem Garten. Wenn Sie sich entschließen könnten, diese Kräuter wachsen zu lassen und als Bienenweiden und Naturwiesen zu „sehen“, haben Sie sofort alle Unkräuter vernichtet ... :)

Nachhaltige Unkrautbeseitigung: Ursachen beseitigen

Eine nachhaltige Methode ist, die Ursachen für das Wachsen sogenannter Unkräuter zu beseitigen. Wenn Sie beispielsweise zu viel Moos im Gartenrasen haben, könnte das folgende Gründe haben:

  • Zu viel Schatten? Vielleicht können Sie Bäume und Sträucher zurückschneiden oder auch einen schattentauglichen Rasen ansäen.
  • Ist ihre Rasenfläche zu feucht? Ständige Nässe fördert das Wachsen von Moos.
  • Fehlen dem Rasen Nährstoffe? Am besten keine mineralischen Dünger verwenden, sondern organische. Lassen Sie den Rasenschnitt (kurz geschnitten) liegen, er verrottet und ist damit gleichzeitig Dünger.
  • Ist der Rasen zu stark verfilzt, vertikutieren Sie die Flächen.
  • Wenn der Boden in Ihrem Garten zu sauer ist, kann der Rasen zuwenig Nährstoffe aufnehmen. Dagegen hilft Rasenkalk, den Sie genauso wie ein günstiges Testset in Ihrem Baumarkt bekommen.

Ähnliche Rezepte gibt es für alle unerwünschten Kräuter, im Internet finden Sie viele gute Informationsquellen.

AMD Salzburg - Zentrum für gesundes Arbeiten, wer ist das?

Sie kennen diese Einrichtung eventuell als „Arbeitsmedizinischer Dienst“. Arbeit und Menschen – diesen Herausforderungen widmet sich der AMD Salzburg.

Der AMD Salzburg hat von den Sozialpartnern – Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, gemeinsam mit AVOS Arbeitskreis für Vorsorgemedizin und AUVA - den Auftrag, für Gesundheit und Sicherheit der Menschen in Salzburger Betrieben mit höchster Qualität zu arbeiten.

Jedes Jahr leistet der AMD Salzburg für 50.000 Arbeitnehmende rund 18.000 arbeitsmedizinische, 5.000 sicherheitstechnische und 1.000 arbeitspsychologische Einsatzstunden.

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Bildnachweis: © dispotech.info / #wohnblogAt

 

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