Mitreden bei der Stadtentwicklung, wie geht das und worauf kommt es an?

Verdichtung der Orte um den zu hohen Bodenverbrauch zu senken, Ortskernbelebung durch Attraktivierung der Zentren, kurze Wege für die täglichen Besorgungen, diese Schlagworte hören und lesen wir beinahe täglich.

Wie ist das aber, wenn die NachbarInnen näher an Ihre eigene Wohnung rücken sollen? Was sagen Sie dazu, wenn Sie zur Mitwirkung bei Planungsworkshops eingeladen werden? Oder gehen Sie gar nicht erst hin, weil Sie Scheu haben, mit Ihren Ansichten und Wünschen "völlig daneben" zu liegen?

Lesestoff für Stadtentwicklung-Interessierte

Es hilft Ihnen, wenn Sie eine Idee davon haben, was StadtplanerInnen beim Ausarbeiten von Vorschlägen überlegen, welche Zielvorstellungen sie dabei haben können.

An den unten vorgestellten Beiträgen können wir gut sehen, wie unterschiedlich Zielvorstellungen auch von ExpertInnen sein können. Wenn Sie selbst mögliche Planungsziele kennen, eröffnen sich vielleicht auch für Sie neue und zusätzliche Überlegungen. Damit können Sie Ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen verständlicher und eventuell auch erfolgreicher bei Bürgerbeteiligungsprozessen einbringen.

Wie "ticken" Stadtentwickler?

"Grosse Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen wie Menschen" zitiert NZZ-Autorin Valerie Zaslawski den österreichischen Schriftsteller Robert Musil.

Auch für den Basler Stadtentwicklungsberater Philippe Cabane entsteht Urbanität erst durch kulturelle und soziale Aktivierung von städtischem Freiraum - "bespielen" nennen das die Fachleute manchmal. Der öffentliche Raum entsteht erst durch Menschen, die sich gerne dort aufhalten, miteinander kommunizieren und gemeinsam etwas tun.

Der Kantonsplaner Martin Sandtner sieht das Basler Erlenmatt-Areal als gelungenes Beispiel für die qualitative urbane Verdichtung nach innen. "Verdichten sei mehr als Bauen in die Höhe" und entsprechend sieht das Erlenmatt-Areal für BesucherInnen keineswegs verdichtet aus. Cabane hingegen meint, der Fokus liege zu sehr auf der Architektur. Städtebau werde fast ausschließlich als Bauen verstanden, die gesellschaftliche Dynamik werde vernachlässigt - Menschen machen Städte.

Von manchen Planern werden die Fassaden der städtischen Gebäude gerne als die Innenwände der öffentlichen Wohnung gesehen, gleichzeitig sind sie die Außenwände der privaten Wohnungen - und in Wohnungen soll das Leben pulsieren.

Noch ein Aspekt erscheint mir interessant: Gebäude kaufen nichts, Autos eigentlich auch nicht. Wenn Menschen die Wege und Plätze einer Stadt bevölkern, sind damit auch die potentiellen KundInnen für Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe da.

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Bildnachweis: © dispotech.info

 

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