Upcycling: Gebäudedämmung aus Lebensmittel-Jutesäcken

Natürlich wollen wir alle in behaglichen Wohnräumen mit gesunder Raumluft leben, die Beheizung in der kalten Jahreszeit und die Kühlung im Hochsommer sollen wenig kosten.

Bei diesen Wünschen werden wir um eine zukunftssichere Dämmung unserer Wohngebäude nicht herumkommen.

Zukunftssichere Dämmung, wie geht das?

Was heißt zukunftssicher? Beispielsweise dürfen die Dämmstoffe nicht durch Alterung zusammensetzen bzw. schrumpfen, sonst würden durch die entstehenden Zwischenräume (Wärmebrücken) Energie verloren gehen. Das verwendete Dämmmaterial darf keine unangenehmen Gerüche oder gar giftige Ausgasungen verursachen.

Wir Menschen erhöhen die Feuchtigkeit der Raumluft: Ein dreiköpfige Familie gibt während eines Tages zwischen sechs und vierzehn Liter Wasser in die Raumluft ab. Diese Feuchtigkeit diffundiert teilweise in die Wände. Auch durch minimale Lecks in der Gebäudeaußenhülle kann ein bisschen Niederschlag in die Wandkonstruktion eindringen: Diese Feuchtigkeit soll in möglichst kurzer Zeit wieder austrockenen können, damit kein Schimmel entsteht.

Wenn wir nach einigen Jahrzehnten unser Haus sanieren und energetisch wieder auf den neuesten Stand bringen wollen, möchten wir nicht auf Sondermüll sitzen, sondern die alten Dämmstoffe sollten problemlos und kostengünstig entsorgt oder sogar wiederverwendet werden können.

Dann landen wir sehr schnell bei der Gebäudedämmung mit nachwachsenden Rohstoffen (NAWARO), zumal es dafür in einigen Bundesländern auch noch erhöhte Förderungen gibt.

Upcycling: Gebäudedämmung aus Lebensmittel-Jutesäcken

Kennen Sie das? Sie erfahren von einem Produkt, das scheinbar nur Vorteile hat und man fragt sich unwillkürlich: Wo ist der Pferdefuß? Gibt es einen solchen?

Ähnlich erging es mir, als ich von der Dämmjute Plus erfuhr. Die Eigenschaften dieses Dämmstoffes sind tatsächlich beeindruckend:

  • Die Dämmplatten oder Rollenware aus recycelten Jutesäcken sind 100 Prozent Natur, frei von gesundheitsgefährdenden und umweltschädlichen Inhaltsstoffen.
  • Zur Erhöhung der mechanischen Stabilität werden Bindefasern aus rein pflanzlichen Grundstoffen eingearbeitet.
  • Regulierende Wirkung auf die Luftfeuchtigkeit im Innenraum.
  • Jute enthält keine Proteine oder Stärke, daher kein Insektenbefall.
  • Keine Anfälligkeit für Schimmelpilze: Prüfung nach EN ISO 846 ergab die Bestnote „0“.
  • Die hervorragende Wärmeleitzahl Lambda λ (23,50) = 0,038 W/m K liegt im Spitzenbereich wie Hanf, Schafwolle oder Zellulose.
  • Besten sommerlichen Hitzeschutz gewährleistet die hohe Wärmespeicherkapazität c = 2.350 J/kg K. Diese vor allem im Dachausbau wichtige Speicherwirksamkeit bringt eine gute Phasenverschiebung der Wärmespitzen.
  • Gesunde Raumluft, keine Geruchsausdünstungen oder toxischen Ausgasungen, bestätigt mit dem natureplus®-Zertifikat.
  • Sehr geringer Primärenergiebedarf bei der Herstellung, aktiver Umweltschutz durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe (biologische Lebensmittelsäcke), positive CO2 Bilanz, zu 100 Prozent recycelbar.
  • In einigen Bundesländern erhöhte Förderung für Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen (NAWARO).
  • Verarbeitung ohne Gesundheitsgefährdung und Juckreiz.
  • Maßanfertigung ohne Aufpreis ab bestimmten Mengen.
  • Preislich gegenüber anderen Naturprodukten absolut konkurrenzfähig.

Und wo ist nun der Pferdefuß?

Zwar gibt es in einigen Bundesländern erhöhte Förderunger bei der Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen (NAWARO), trotzdem sind biologische Dämmstoffe in der Anschaffung noch teurer als die Erdölprodukte, die in den letzten Jahrzehnten an die Hauswände geklebt wurden.

Die Zeit dieser Dämmplatten auf Erdölbasis ist allerdings abgelaufen und in den nächsten Jahren werden beim Rückbau solcher Dämmungen erhebliche Entsorgungskosten auf die Hausbesitzer zukommen.

Die Bedeutung nachwachsender Rohstoffe für unsere Wirtschaft

Wie wichtig nachwachsende Rohstoffe für unser zukünftiges Wirtschaften sind, unterstreicht beispielsweise die Universität für Bodenkultur BOKU in Wien, die ein eigenes Masterstudium „Stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe NAWARO“ anbietet.

Links

Bildnachweis: © dämmjute.at

 

Kommentare   

# Lukas La 2017-12-25 19:02
Spannendes Thema! Gibt es Erfahrungen dazu, wie gut das in einem Badezimmer funktioniert, wo man ja durchaus mit Feuchtigkeit mehr zu tun hat und entsprechend auch zur Schimmelvermeidung andere Dämmmaterialien verwendet? Möchte im Sommer mein Bad in Wien renovieren, bin aber noch mit vielen Dingen unsicher. Kennt z.B. jemand den Baumeister hier: http://www.koenig-heinrich.at/sanierung/badsanierung ? Wäre für jede Antwort dankbar,
Ciao, L
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# wohnblogAt 2017-12-26 20:20
Hallo Lukas, diese Frage kann wohl nur ein Professionist oder Planer klären, besser: Mehrere fragen.

Dabei wird auch die Frage Außen-/Innendämmung zu klären sein. Grundsätzlich gilt, dass der Wasserdampfdiffusionswiderstand bei Naturprodukten meist günstiger ist als bei erdölbasierten Produkten. Ganz entscheidend ist jedenfalls die Qualität der Ausführung.

Sie sollten nach Möglichkeit Referenzobjekte anschauen. Wenn möglich, reden Sie auch mit Nachbarn solcher Objekte: Von Professionisten genannte Referenzobjekte könnten eventuell nicht ganz interessenfrei sein.

Informationen zu konkreten Unternehmen kann ich nicht geben. Zum genannten Betrieb ist online bei einfacher Recherche nichts Nachteiliges zu finden. Auch hier könnte hilfreich sein, mit Menschen am Unternehmensstandort zu reden.

Wichtig:
* Eine Energieberatung sollte vor Sanierungsmaßnahmen selbstverständlich sein!

http://www.wohnblog.at/links/links-wohnen-in-oesterreich/links-wohnen-in-niederoesterreich.html
http://www.wohnblog.at/links/links-wohnen-in-oesterreich/links-wohnen-in-wien.html


* Achten Sie auf Fördermöglichkeiten! Besuchen Sie dazu die Seite https://www.klimaaktiv.at des Klima- und Energiefonds. Reden Sie auch mit Ihrer Gemeinde wegen allfälliger Gemeindeförderungen.
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