Mischen wir uns ein, verlangen wir, dass zusammenhängende Naturräume erhalten bleiben.

Haben auch Sie die zahlreichen Medienberichte mitbekommen, dass viele Vögel, Bienen, Schmetterlinge, Frösche, Kröten, Salamander und zahlreiche andere Tierarten gefährdet sind? Wir haben mit unserer Art zu leben die Lebensräume und die Lebensgrundlagen vieler Tier- und Pflanzenarten verändert und gestört.

Weil diese Naturräume untereinander vernetzt sind, gefährden wir damit auch unsere eigenen Lebensgrundlagen. Informieren Sie sich jetzt, was Sie zum aktuell sehr wichtigen Schutz unserer Amphibien beitragen können. Sie werden überrascht sein, welche interessanten Tiere bei uns leben und wo sie diese finden können!

Das können Sie in diesem Beitrag lesen:

Warum sollten wir Amphibien helfen zu überleben?

Raupe des Schwalbenschwanz-Schmetterlings, lat. Papilio machaon
Der Schwalbenschwanz (lat. Papilio machaon) legt seine Eier nur auf bestimmten Wirtspflanzen ab, von denen sich die Raupe bis zur Verpuppung ernährt.

Die Amphibien haben in unserem Naturhaushalt eine besondere ökologische Bedeutung: Sie sind in allen Altersstadien vom Laich bis zum ausgewachsenen Tier eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tierarten. Außerdem ernähren sie selbst sich von vielen Kleintieren wie Käfern, Spinnen, Schnecken und Insekten. Auch Algen und abgestorbene Pflanzen und Tiere stehen auf dem Speiseplan verschiedener Entwicklungsstadien der Amphibien.

Machen wir eine kleine Gedankenreise durch unsere vernetzte Natur: Können Sie sich vorstellen, dass es ohne Kröten vielleicht keine Schwalbenschwanz-Schmetterlinge mehr gäbe?

Der Schwalbenschwanz legt seine Eier nur auf bestimmten Wirtspflanzen ab, beispielsweise auf Karotten, Fenchel oder Dill. Sein erstes Entwicklungsstadium ist die Raupe, welche sich von diesen Pflanzen ernährt, bis sie sich verpuppt. Wenn wir keine Kröten im Garten haben, könnten sich die Schnecken zu stark vermehren und diese Schnecken fressen die Karotten oder den Fenchel, bevor aus den Schmetterlingspuppen die Schmetterlinge geschlüpft sind. Das ist nur ein Beispiel, wie viele Tier- und Pflanzenarten miteinander verbunden und aufeinander angewiesen sind.

Interessiert es Sie, welche verschiedenen Amphibien es bei uns gibt, wie diese aussehen, wie sie leben und mit dem ganzen Ökosystem vernetzt sind, dann finden Sie hier weitere spannende Informationen:

Der Naturschutzbund Österrreich wählt jedes Jahr einen Lurch bzw. ein Reptil des Jahres. Die Wiener Umweltanwaltschaft hat eine sehr informative Website über Amphibien erstellt. Wer sich tiefer in die Materie einarbeiten möchte, wird vielleicht bei der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie ÖGH fündig. Das Umweltbundesamt führt die Rote Liste gefährdeter Tierarten in Österreich.

Die nächtlichen Amphibienwanderungen dauern noch bis Mai an

In der Dämmerung wandern die Amphibien zu ihren Laichplätzen und überqueren dabei Straßen, wo sie leider sehr häufig dem Verkehr zum Opfer fallen. Kröten und Fröschen werden übrigens nicht nur durch das Überrollen mit den Autoreifen getötet, es reicht bereits das Vorbeifahren eines Autos mit normaler Geschwindigkeit: Der beim Vorbeifahren entstehende Luftdruck zerreißt die Lungen der Tiere. Um das zu verhindern, werden heute beim Neubau oder der Sanierung von Verkehrsanlagen meistens unterirdische Durchgänge für Amphibien, Igel und andere Tiere eingeplant.

Im Frühling und im Herbst sehen wir in ganz Österreich aber auch viele Freiwillige, die entlang von Straßen Froschzäune aufstellen. Die auf der Wanderung zu und von ihren Laichplätzen gestoppten Amphibien werden dann täglich eingesammelt und sicher auf die andere Straßenseite gebracht.

So können Sie und wir alle den Amphibien helfen!

Fahren Sie zur Zeit der Laichwanderung besonders in den Wanderungsgebieten achtsam und langsam mit Ihrem Fahrzeug: Die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 hat beispielsweise eine sehr informative Broschüre "Amphibien in Wien. Ein Leitfaden" herausgegeben, in der diese Wanderungsgebiete und Zeiträume angeführt sind. In anderen Bundesländern und Gemeinden finden Sie ähnliche Informationen zu Amphibien-Laichgebieten.

Haben Sie einen Gartenteich oder ein Schwimmbiotop? Legen Sie einen flachen und bepflanzten Uferbereiche an, damit die Tiere problemlos Wasser und Ufer erreichen können; das ist übrigens auch für Igel sehr hilfreich. Verzichten Sie auf Fische oder Schildkröten in Ihrem Gartenteich - diese fressen nur zu gerne Laich oder Jungtiere von Amphibien.

Lassen Sie Totholz- und Laubhaufen in einem abgelegenen Winkel Ihres Gartens liegen, solche Plätze werden gerne als Versteck angenommen. Verwenden Sie keine Herbizide oder Insektizide in Ihrem Garten: Solche Gifte werden in der Nahrungskette weitergereicht, bis hin zum eigenen Teller auf dem Esstisch.

Haben Sie in Ihrem Garten oder sonstigen Grundstück große Pfützen, Tümpel, Spurrillen oder Wassergraben? Solche Kleingewässer sind ideale Lebensräume für verschiedene Amphibienstadien. Beschädigen Sie keine Anlagenteile von Amphibientunnels oder -zäunen, und wenn Sie solche Schäden entdecken, melden Sie diese bei der zuständigen Gemeinde.

Mischen Sie sich ein!

Der beste Amphibienschutz ist, die natürliche Gewässerdynamik und die enge Verzahnung aller Lebensbereiche zu bewahren: Laichgewässer und Landlebensraum sollten nicht durch Verkehrswege getrennt werden. Interessieren Sie sich dafür, wenn in Ihrer Umgebung Verkehrsflächen geschaffen und Boden verbaut werden soll. Machen Sie darauf aufmerksam, dass dabei die für unser eigenes Überleben wichtige Ökologie geschützt bleibt.

Beachten Sie Geschwindigkeitsbeschränkungen zum Schutz von Amphibien.
Jedes Jahr sterben hundertausende Amphibien durch Fahrzeuge, in Abflussschächten oder durch Pflanzengifte.

Links

  • Österreichische Gesellschaft für Herpetologie ÖGH
    Website
  • Rote Liste gefährdeter Tierarten. Umweltbundesamt
    Website | Twitter
  • Amphibien in Wien. Ein Leitfaden. Gratisbroschüre MA 22 Wiener Umweltschutzabteilung
    Broschüre [PDF] | Telefonisch bei MA 22 anfordern: Telefon +43 1 4000-73420

Bildnachweis: © div #wohnblogAt
tags: amphibien, feuchtgebiet, feuersalamander, frosch, froschzaun, gewässer, grasfrosch, herpetologie, kaulquappe, kröte, laich, lebensraum, lurch, natur, umwelt, umweltschutz, wasser, wien, #wohnblogAt

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Alois G. Auinger

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